Tanker im Golf von Oman angegriffen

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Über den Angriff auf zwei Tanker im Golf von Oman, die Rückkehr eines Barbaren und die Bekämpfung von Clans. Lesen Sie jetzt das Wichtigste zur Mittagszeit. Wenn der Newsletter nicht richtig dargestellt wird, klicken Sie bitte hier.
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Krise im Golf von Oman eskaliert: Zwei Tanker setzten von dort nach Angaben der US-Marine Notrufe ab. Sie gerieten nach einem Angriff in Brand. Der norwegische Öltanker "Front Altair", der unter der Flagge der Marshallinseln fährt, soll vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate von
einem Torpedo oder einer Seemine getroffen worden sein. Der Tanker "Kokuka Courageous" von der Hamburger Reedereigruppe Bernhard Schulte Shipmanagement wurde dem Unternehmen zufolge beschädigt und evakuiert.
Laut iranischer Nachrichtenagentur Irna wurden 44 Seeleute von beiden beschädigten Öltankern von einem iranischen Schiff aufgenommen und in einen Hafen des Irans gebracht. Die US-Navy erklärte, sie habe zwei getrennte Notrufe erhalten und sei mit eigenen Schiffen zu einem Hilfseinsatz vor Ort. Wir behalten die Lage aus dem WELT-Newsroom im Blick und halten Sie auf WELT.de und auf dem WELT-Nachrichtensender im Fernsehen auf dem Laufenden.
Was heute noch wichtig ist
Rückkehr des Barbaren: Es waren vor allem die Frauen, die für einen demokratischen Sudan auf die Straße gingen. Am Anfang sah alles nach einer friedlichen Revolution aus – doch dann stellte sich einer den Demonstranten in den Weg, der schon für die Massaker in Darfur verantwortlich war: Mohammed Hamdan Daglo, genannt Hemeti.
Seine Truppen, die RSF, sollen in mehr als 70 Fällen vergewaltigt haben, als sie in der vergangenen Woche gewaltsam ein Protestcamp räumten. An Hemeti könnte sich nun das Schicksal des Sudan entscheiden. Meine Kollegin Carolina Drüten beschreibt in ihrem Text, wer dieser Mann ist.
Warten nach dem Zuschlag: Es war die längste Mobilfunkversteigerung in der Geschichte der Bundesnetzagentur – gestern ging die 5G-Frequenzauktion zu Ende. 6,6 Milliarden Euro boten die Mobilfunknetzbetreiber und United Internet zusammen. Erst jetzt, nachdem der Zuschlag erteilt ist, geht das richtige Warten los, analysiert mein Kollege Thomas Heuzeroth.
Hintergrund ist, dass die Unternehmen mehr Geld ausgegeben haben, als Experten prognostiziert hatten. Die Telekom bezeichnete das Ergebnis als Dämpfer für den Netzausbau, den Netzbetreiber fehle nun das Geld, das in die Auktion floss. Ähnlich äußerte sich Telefónica. "Was die Mobilfunker gern verschweigen: Der Staat will das Geld in den Breitbandausbau in Deutschland stecken. Bis zum Ende der Legislaturperiode im Herbst 2021 sollen bis zu zwölf Milliarden Euro in die Breitbandförderung fließen. Zum Teil landet das Geld der Auktionsteilnehmer also
wieder bei den Unternehmen, die an der Versteigerung teilgenommen haben", schreibt Heuzeroth.
Kükenschreddern geht weiter: In Deutschland werden jedes Jahr rund 45 Millionen männliche Küken nach dem Schlüpfen getötet. Sechs Jahre ist es her, dass die damals rot-grüne Regierung in NRW das sogenannte "Kükenschreddern" per Erlass stoppen wollte. Zwei Betriebe klagten dagegen – und bekamen nun vom Bundesverwaltungsgericht Recht. Die nordrhein-westfälische Landesregierung berief sich damals auf das
Tierschutzgesetz, wonach niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig urteilte aber am Vormittag, dass bis zur Einführung von alternativen Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Hühnerei Brutbetriebe männliche Küken weiter töten düfen. Höchste Zeit, dass diese Verfahren endlich flächendeckend eingeführt werden.
Abschieben oder nicht? Zwischen den Innenministern von Bund und Ländern ist auf ihrer Frühjahrskonferenz in Kiel ein Streit um Abschiebungen nach Afghanistan und Syrien entbrannt. Im TV-Interview mit meiner Kollegin Marie Przibylla im WELT-Nachrichtensender bezog Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) dazu klar Stellung: Es gehe auch um die Sicherheit der Menschen in unserem Land. Wer hier schwere
Straftaten begehe, dem sei eine Zurückführung auch nach Afghanistan oder Syrien zumutbar.
 
Heute wird auf der Innenministerkonferenz unter anderem über Clan-Kriminalität beraten. Die meisten Familienclans, die in Berlin, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen durch Betrug, Erpressung, Einbrüche, Drogenhandel und andere kriminelle Machenschaften auffallen, sind arabischer oder kurdischer Herkunft. Sie hatten vor ihrer Einwanderung nach Deutschland vorwiegend im Libanon oder in der Türkei gelebt. Die Innenminister
sprechen nun darüber, wie die Länder bei der Bekämpfung der Clans zusammenarbeiten können.
Was heute noch passiert
 
Ab heute Abend treffen sich die geschäftsführenden Fraktionsvorstände von CDU/CSU und SPD zu einer Klausurtagung in Berlin. Los geht es mit einem gemeinsamen Essen. Auch morgen wollen die Koalitionspartner nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen und dem Rücktritt von SPD-Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles zur Sacharbeit zurückfinden. Mal sehen, ob und wie schnell das gelingt.
 
Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.
Herzlichst, Ihr
Ulf Poschardt
 
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